Spielbericht Jugend

"Mach doch mal mit, Alter!"

02.03.2015, 21:26 Uhr von:  kha
"Mach doch mal mit, Alter!"
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Der Stundenzeiger der Uhr hatte sich noch nicht einmal gedreht, da sah sich unsere Borussia schon wieder den Blauen gegenüber. Diesmal im Juniorenbereich, bei den erfolgsverwöhnten Jungs der U17.

Wunderbare Kulisse für ein U 17-Derby

Sonntagmorgen um 11 Uhr. Schon an normalen Tagen keine ganz einfache Zeit, um gegen den Ball zu hauen geschweige denn einem Spiel zuzusehen. Am Tag nach einem der wohl verdientesten Derbysiege der letzten Jahre sollte man meinen, dass es für den gemeinen Dortmunder noch schwieriger ist, sich in Richtung Brackel aufzumachen. Doch als der schwatzgelb.de-Redakteur den Platz am Trainingsgelände erreichte, staunte dieser nicht schlecht. Es herrschte quasi Hochbetrieb. Es dürften nach eigenen Schätzungen deutlich mehr als die vom BVB vermeldeten 250 Zuschauer gewesen sein, die dem Spiel beiwohnen wollten.

Bewarte die Gäste vor einem frühzeitigen Rückstand - der Torwart der Gelsenkirchener

Und diese sollten die Reise nach Brackel nicht bereuen, zumindest wenn man es mit den Jungs von Hannes Wolf hielt. Denn bereits nach zwei Minuten hätte es 1:0 stehen können, doch Alexander Laukart schoss völlig freistehend den Torwart an. Diese Torchance bildete den Auftakt für eine völlig einseitige Partie, die dem Kräfteverhältnis bei dem Spiel der Profis um nichts nachstand, denn ähnlich wie beim Spiel am Vortag kamen auch hier die Blauen nur äußerst selten vor das Gehäuse von Eike Janssen. Der BVB drückte auf das erste Tor. So hatte unter anderem Dzenis Burnic nach einer Einzelaktion eine tausendprozentige Torchance, setzte den Ball aber an den Pfosten. Und dies ist nur ein Beispiel von zahlreichen Möglichkeiten, für die Jungs in Führung zu gehen.

Zusätzliche Aufregung neben der über die vergebenen Torchancen gab es noch in der 20. Minute, als der Keeper der Blauen den allein auf das Tor laufenden Borussen von den Beinen holte. Schiedsrichter Theodor Potiyenko beließ es aber völlig unverständlicherweise bei einer Verwarnung. Ebenfalls verwarnt wurden im Verlauf des ersten Durchgangs zwei Gelsenkirchener, die scheinbar etwas Frust schoben.

Mit 0-0 in die Halbzeit - warum auch immer

Da es den BVB-Jungs nicht gelang, trotz der vielen Chancen den Ball im Tor zu versenken, ging es mit 0:0 in die Pause. Und bis auf den Umstand, dass die Jungs aus GE bereits jetzt genauso oft auf das Tor des Gegners geschossen hatten wie ihre Profis, ähnelte das Spiel frappierend dem des Vortages.

Und auch im zweiten Durchgang fand das Festival der vergebenen Chancen seine Fortsetzung und machte zeitweise den Eindruck, als ginge es um den Wettbewerb „Wie schaffe ich es, selbst die klarsten Torchancen zu vergeben?"

Ein Strafstoß bereitete den Weg zum Derbysieg

Spiel auf ein Tor

Da es aus dem Spiel heraus nicht mit der Führung klappen wollte, brauchte es also einen anderen Weg, um endlich einen Treffer zu erzielen. Und diese Gelegenheit kam in der 52. Minute, als Felix Passlack im Strafraum gelegt wurde und der Schiedsrichter keine andere Wahl hatte, als auf Strafstoß zu entscheiden. Janni-Luca Serra verwandelte diesen auf coole Art trocken und humorlos.

Nach der Führung ließ der BVB etwas in seinen Bemühungen nach, so dass die Mannschaft aus GE etwas mehr ins Spiel kam, ohne jedoch gefährlich zu werden. Die Borussen versuchten wiederum, mit Kontern zur Entscheidung zu kommen. Diese fiel dann in der 64. Minute, als der kurz zuvor eingewechselte Niklas Sewing sich in halblinker Position ein Herz nahm und den Ball unhaltbar im langen Eck versenkte.

Feierlichkeiten nach dem Derbysieg

Damit war das Spiel endgültig entschieden, doch die Jungs hatten wohl noch zu deutlich das Profi-Derby vor Augen und so, um die Parallelität zu perfektionieren, gab es in der 73. Minute noch einen weiteren Treffer zum Endstand von 3:0. Der eingewechselte Amos Pieper erzielte ein Kopfballtor, welchem eine Ecke von Felix Passlack vorausging.

"Mach doch mal mit, Alter!"

Die letzten Minuten spielten die Jungs souverän herunter (Ausnahme: Janni Luca Serra hatte Lust auf noch mehr und animierte seinen Mitspieler mit „mach doch mal mit, Alter", als dieser bei einem seiner Sprints nicht mehr mit nach vorne kam), um anschließend gebührend den wohlverdienten Derbysieg zu feiern.


Aufstellung: Eike Bansen – Patrik Fritsch – Felix Passlack – Berkant Güner – Dzenis Burnic (71. Mateusz Ostaszewski ) – Dario Scuderi – Etienne Amenyido (60. Tarik Kurt)– Andreas Ogrzall (65. Amos Pieper )– Janni-Luca Serra – Alexander Laukart (53. Niklas Sewing)– Julian Schwermann

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