Ich muss gestehen, mehr als ein zur Kenntnis nehmendes Achselzucken hat mir dieser Erfolg nicht entlockt. Warum auch? Das ist das Minimalziel – jede Saison aufs Neue. Und es ist auch das Mindeste, was man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln im Vergleich zur nationalen Konkurrenz erreichen sollte. Eine Pflichtaufgabe.
Im Pokal schon frühzeitig im Achtelfinale gescheitert, in der Champions League sang- und klanglos bereits in den Play-offs bei Atalanta Bergamo rausgeflogen und in der Bundesliga beide wegweisenden Duelle gegen Rekordmeister Bayern München verloren.
Euphorie? Fehlanzeige.
Keine Frage: Der BVB wirkt unter Niko Kovač gefestigter, kontrolliert – aber erschreckend selten wirklich begeisternd. Dabei soll Fußball emotional bewegen und auch die Sitzplatzfraktion von ihren Plätzen reißen. Danach sehnt man sich beim BVB jedoch vergeblich. Klar, alle paar Jahre gibt es dann vielleicht mal das Besondere: einen schönen Ausreißer wie Wembley oder das Pokalfinale. Vielleicht lassen einen die Bayern sogar mal kurzfristig am Titel schnuppern, aber am Ende zieht man dann doch wieder den Kürzeren.
Und so bleibt das Minimalziel auch eigentlich das Einzige, was der BVB so erreicht. Eine lösbare Pflichtaufgabe – nicht mehr und nicht weniger. Mit den letzten Spielen dieser Saison vor der Brust auch eher ein ernüchterndes Fazit.
Ticketpreise aus der Hölle
Mit Borussia Mönchengladbach wartet nun ein Gegner, der sein eigenes Minimalziel bislang verpasst hat und noch um den Verbleib in der 1. Liga kämpfen muss. Auf dem Papier und in der Formkurve ist der BVB zweifellos überlegen. Noch so eine Pflichtaufgabe also.
Dafür, dass Gladbach eher als Abstiegskandidat denn als Champions-League-Aspirant auftritt, rufen die Bauern aber ganz schön königliche Preise auf. 64€ für einen Gästesitzer – wer hat euch eigentlich ins Gehirn geschissen?
Allein für diese Frechheit sollte man nicht nur das Stadion meiden, sondern auf dem Platz auch eine gehörige Klatsche einleiten, um das Schreckgespenst Abstiegsangst im Borussia-Park heraufzubeschwören. Fußball muss bezahlbar sein – für alle.
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