Handball

BVB gegen Neckarsulm Mr. Schwarz und Mrs. Audi

28.02.2026, 08:00 Uhr von:  DocKay    
Die Torfrau versucht einen Torwurf der Gegnerinnen abzuwehren. Alieke van Maurik schaut zu..
Melinda Szikora zeigte eine starke Leistung beim 32:29 Sieg in der Halle Wellinghofen.
© BVB/Stummbillig

Nachdem die Borussinnen sich für die Play-offs der EHF Champions League qualifiziert hatten, stand für sie in der Handball-Bundesliga wieder ein Spiel in Wellinghofen an. Die Neckarsulmer Sport-Union kam zum Duell mit drei ehemaligen Spielerinnen des BVB.

Zunächst fragt man sich natürlich, warum in einer Stadt mit knapp 27.000 Einwohnern ein Bundesligaclub beheimatet ist. Die Antworten darauf sind schnell gefunden. Einerseits wird in Neckarsulm durch das Audi-Werk die NSU-Tradition fortgesetzt, andererseits ist dort die Zentrale der Schwarz-Gruppe angesiedelt, zu der die Lebensmittelkonzerne Lidl und Kaufland gehören. Lidl und Kaufland betreiben halb so viele Filialen weltweit wie Neckarsulm Einwohner hat. Dieter Schwarz ist mit einem Vermögen von rund 46,5 Milliarden Euro der reichste Mensch Deutschlands. Seine Stiftung fördert Sportorganisationen und Veranstaltungen in den Bereichen Fußball, Radsport, Handball und Wintersport. Hinsichtlich seines wirtschaftlichen Einflusses ist er allerdings nicht unumstritten. Audi mit den vier Ringen ging aus der Auto Union hervor. Das Wort hat einen historischen Hintergrund, stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Hör zu!”. Der Schwerpunkt des Sportsponsorings liegt auf Fußball und Motorsport. Bei Bayern München ist man seit langem Anteilseigner. Im Handball unterstützt man seit 20 Jahren Györi Audi ETO KC, einen Gegner, der uns in der laufenden Champions-League-Saison unsere Grenzen aufgezeigt hat!

Die beiden Trainer reichen sich nach Spielende die Hand
Henk Groener und Thomas Zeitz nach der Presserunde
© BVB/Stummbillig

Dies ist nur eine Begleitnotiz zum 19. Spieltag der Alsco Handball-Bundesliga der Frauen. In der Sporthalle Wellinghofen gab ein Wiedersehen mit drei ehemaligen Borussinnen, die inzwischen das Trikot des Tabellensechsten tragen. Merle Albers, Meret Ossenkopp und Paulina Uscinowicz wollten versuchen, ihren ehemaligen Arbeitgeber zu ärgern. Laut der Internetseite der Gegnerinnen war Trainer Thomas Zeitz mit seinem Team auf jeden Fall bereit alles zu geben und reinzuhauen.

Henk Groener, der in seiner letzten Saison beim BVB ist, erwartete, dass seine Mannschaft das Tempo im Spiel vorgeben würde. Gerade gegen schwächere Mannschaften hatte sich der BVB in den vergangenen Spielen schwergetan. Für den Trainer galt es daher, auch im nahenden Titelkampf die richtigen Formationen zu finden.

Die ersten 30 Minuten

Alieke van Maurik beim Sprungwurf
Alieke van Maurik war mit acht Treffern erfolgreichste Werferin.
© BVB/Stummbillig

Melinda Szikora, die ihre Karriere zum Saisonende beenden wird, begann im Tor und war während des gesamten Spiels ein starker Rückhalt für ihr Team. Auf den Außenpositionen starteten Lara Egeling und Kelly Vollebregt. Den Rückraum bildeten Alieke van Maurik, Alina Grijseels und Dana Bleckmann, am Kreis startete Emma Olsson. Nach einem Fehlwurf auf beiden Seiten gingen die Gäste in der dritten Minute mit 1:0 in Führung. Der Ausgleich erfolgte prompt durch Lara Egeling. Es sollte ihr einziges Tor an diesem Abend bleiben. Bis zur 9. Minute konnten die Borussinnen den Rückstand immer wieder ausgleichen, dann baute Neckarsulm den Vorsprung bis zur 14. Minute auf vier Tore aus. Es war eine Phase, in der Unkonzentriertheiten des BVB zu insgesamt fünf Fehlwürfen führten. Erst in der 16. Minute erzielte Dana Bleckmann das erste Tor aus dem Rückraum. Mit einem Doppelschlag in der 21. Minute brachte Alieke van Maurik den BVB schließlich in die Erfolgsspur zurück. Auf der Anzeigetafel stand nun ein 11:10 für die Heimmannschaft. Es sollten noch weitere sechs Tore der niederländischen Nationalspielerin folgen. Bis zur Pause bauten die Borussinnen dank Guro Husebo den Vorsprung stetig aus, sodass es mit einem Stand von 16:12 für unsere Handballfrauen in die Pause ging.

Die zweiten 30 Minuten 

Dana Bleckmann in einem Rudel vonNeckarsulmer Spielerinnen am Kreis.
Es war nicht leicht die Abwehr von Neckarsulm zu überwinden. Dana Bleckmann gelang es mit sechs Treffern.
© BVB/Stummbillig

Der BVB hatte Anwurf und nutzte diesen Vorteil zum Ausbau der Führung. Alina Grijseels traf per Siebenmeter und kurze Zeit später erhöhte Kelly Vollebregt auf 18:12 in der 34. Minute. Auch sie spielte mit insgesamt sechs Treffern eine entscheidende Rolle in diesem Spiel. Mit von der Partie war jetzt auch Lisa Antl am Kreis. Wer jetzt allerdings dachte, dass mit diesem sechs-Tore-Vorsprung eine Vorentscheidung gefallen sei, sah sich getäuscht. Neckarsulm kämpfte sich in der 40. Minute wieder auf zwei Tore heran und kam in der 44. Minute sogar beim 22:21 zum Anschlusstreffer. In dieser Phase hielt Alina Grijseels mit drei Treffern von der Siebenmeterlinie ihr Team im Spiel. Es blieb jedoch bis kurz vor Ende des Spiels spannend. Dank mehrerer Paraden von Melinda Szikora gelang es Neckarsulm nicht, den Ausgleich zu erzielen. Das niederländische Duo van Maurik und Kellebregt erzielte vier Treffer und führte damit in der 56. Minute das Team zum 30:26. Alica Langer, die nach einer langen Verletzungsphase erstmals wieder eingesetzt wurde, stabilisierte die Abwehr und Dana Bleckmann steuerte in der Schlussphase zwei Treffer zur 32:27-Führung bei. In der letzten Minute konnten die Spielerinnen aus Neckarsulm noch auf 32:29 verkürzen, doch da war die Luft bereits raus. Es war ein verdienter Sieg unserer Handballerinnen vor 1321 Zuschauer:innen. Sie hatten sich den Applaus nach Spielende mehr als verdient.

Ausblick

Lisa Antl tankt sich am Kreis durch.
Lisa Antl kam in der zweiten Hälfte und sorgte für Unruhe am Kreis.
© BVB/Stummbillig

Das nächste Heimspiel der Handballerinnen findet erst am 1. April 2026 gegen den VfL Oldenburg statt. Dazwischen liegen das Final4 im DHB-Pokal, das am 14. und 15. März in Stuttgart ausgetragen wird, sowie die Begegnung gegen FTC-Rail Cargo Hungaria in der WESTPRESS arena Hamm. Hier wird der BVB versuchen, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Budapest zu schaffen, um in die nächste Runde der EHF Champions League einzuziehen.

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