Frauenfußball

Und immer wenn Borussia spielt...

23.10.2022, 18:00 Uhr von:  Tim K
Die Mannschaft posiert zum Siegerselfie. Kimberly Becker steht etwas weiter vorne und schießt das Foto.

...dann steht bei den Profis die Kurve hinter dir. Doch wenn die BVB-Frauen am Sonntag auf dem Platz stehen, dann ist doch noch eine andere Konstante zu erkennen: Sie gewinnen immer.

Das Auswärtsspiel beim FC SW Silschede war das 09. Pflichtspiel der Saison - und damit auch der 09. Saisonsieg. Wie schon in der Kreisliga (24 Siege in 24 Pflichtspielen) präsentiert sich das Team um Kapitänin Klemann als absolute Dominante, kein Team kommt auch nur annähernd an die Dortmunderinnen heran. Wie weit das Team seiner Konkurrenz entwachsen ist, zeigt sich besonders in den Resultaten gegen höherklassige Teams. Sowohl im Pokal als auch in den Vorbereitungsspielen konnte die Borussia bisher alle Spiele gegen Landesligisten gewinnen, einzig die Westfalenligisten waren bislang eine Nummer zu groß.

Gegen den punktlosen Tabellenletzen FC SW Silschede wäre alles außer ein klarer Sieg eine Sensation gewesen - doch dazu kam es auch nicht im Geringsten. Die Borussia lies nie einen Zweifel am Sieg, führte nach 09 Minuten mit 3:0 und siegte am Ende durch Tore von Reinhardt, Kuhl, Bedarf und Grothe mit 6:0.

Doch trotz der Siegesserie hielt Trainer Thomas Sulewski im Nachgang der Partien in den vergangenen Wochen immer wieder recht lange Ansprachen, in denen das ein oder andere kritische Wort gefallen sein dürfte. Denn klar ist auch: Die Borussia ist trotz der Siegesserie zuletzt wahrlich nicht in Bestform aufgetreten. Sinnbildlich war dabei der 7:1-Derbysieg in Wambel, bei dem alle Mannschaftsteile nicht frei von Kritik blieben. Die BVB-Innenverteidigung verteidigte das 1:1 schläfrig und vorne brauchte es gegen den Abstiegskandidaten drei Eigentore sowie eine überragende Marie Grothe für den Kantersieg. Gegen weitere Abstiegskandidaten tat sich die Borussia zudem relativ schwer (Eintracht Dorstfeld, Westfalia Hagen). Die Qualität der Mannschaft - und eben nicht nur von Marie Grothe - zeigt sich bisher vor allem in den Topspielen. Beim Weiterkommen gegen den höherklassigen TuS Wadersloh (3:0) oder beim Spitzenspiel in Lohauserholz (4:0) zeigte die Mannschaft ihre beiden besten Saisonleistungen.

Ann-Katrin Lau schließt aus kurzer Distanz ab. Der Ball fliegt Richtung Torlinie, wird jedoch danach geklärt.
Der Abschluss von Interviewpartnerin Lau wird auf der Linie geklärt.

Mit Ann-Katrin Lau sprachen wir nach dem Spiel über...

...das heutige Spiel: "Spielerisch war das auf jeden Fall eine Steigerung zu den letzten Wochen. In der ersten Halbzeit haben wir stark angefangen, dann jedoch auch stark nachgelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann vor allem versucht die Laufwege einzuhalten und die [vom Trainer geforderten] Dinge umzusetzen. Am Ende hätten mehr Tore fallen müssen, aber im Großen und Ganzen kann man zufrieden sein."

... die letzten Wochen: "Wir trainieren im Training viel die Läufe, aber im Spiel klappte es zuletzt nicht so recht. Allerdings sind wir glaube ich zu sehr mit den Gedanken beschäftigt, wodurch die Absprache fehlt. Dafür war der Gegner heute gut, um die Spielzüge einzustudieren. Das ist uns glaube ich auch ganz gut gelungen."

...die hohe Fluktuation in der Offensive: "Natürlich ist das eine Umstellung. Heute haben wir mit Leuten gespielt, die schon gewissermaßen eingespielt sind. In den letzten Wochen war das durch die Rotation halt ziemlich schwierig."

Die BVB-Mannschaft steht nach dem Spiel im Kreis zusammen und bespricht das Spiel.
Trainer Thomas Sulewski wirkte zufriedener als zuletzt

Generell wird man in dieser Saison differenzieren müssen. Ja, die Mannschaft dominiert die Bezirksliga ähnlich wie sie es schon mit der Kreisliga getan hat. Dennoch gibt es auch bei einem Dauersieger gute und schlechte Spiele, nur eben auf einem extrem hohen Ausgangsniveau. Wer sich Spannung erhofft: Diese dürfte es dieses Jahr vermutlich vor allem im Westfalenpokal geben. Dort tritt die Borussia am 17.11 (Achtung, geänderter Spieltermin!) gegen den klassenhöheren SV Hohenlimburg an. Im Falle es Weiterkommens könnte dann sogar der Regionalligist VfL Bochum warten. Und mit Blick in die fernere Zukunft könnte nächste Saison sogar ein Aufstiegsrennen mit dem ungeliebten blauen Nachbarn anstehen, sofern beide Teams in die Landesliga aufsteigen. Erst einmal heißt die Realität jedoch Bezirksliga - und dort zaubern die Borussinnen mit Blick auf die Tabelle allen Fans ein breites Grinsen ins Gesicht. Mit 24 Punkten liegt der BVB schon vier Punkte vor dem Zweitplatzierten VfL Senden. Und wer die BVB-Frauen mal wieder in absoluter Topform erleben will: Am kommenden Sonntag geht es gegen genau jenen Zweitplatzierten. Erneutes sportliches Ausrufezeichen ausdrücklich erschwüscht!

Statistik

BVB-Frauen: Schröer - Hentrich, Rechenbach, Jung, Klemann - Becker, Bedarf (55. Zabell), Grothe (61. Rogge-Herper) - Kuhl (61. Billig), Reinhardt (61. Goosmann), Lau (55. Auffenberg)

Tore: 0:1 Reinhardt (2.), 0:2 Kuhl (6.), 0:3 Reinhardt (09.), 0:4 Bedarf (29.), 0:5 Grothe (50.), 0:6 Grothe (55.)

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