Frauenfußball

Dank Bedarf: BVB-Frauen erkämpfen sich nächsten Sieg

07.11.2022, 15:00 Uhr von:  Malte S.
Nach einem Tor stehen einige BVB-Spielerinnen zusammen und klatschen sich ab. Am linken Bildrand läuft Ann-Katrin Lau.

Beim 3:0 über Rot-Weiß Unna bekamen es die BVB-Frauen mit ihrem bisher stärksten Gegner in der Bezirksliga zu tun. Mia Bedarf führte die Dortmunderinnen mit zwei Treffern und einer Vorarbeit zum Sieg.

Die BVB-Frauen rollen weiter mit sauberer Weste durch die Liga. Dass es am Sonntag etwas holpriger wurde, lag jedoch nicht etwa an einer angezogenen Handbremse der Schwarz-Gelben – vielmehr stellten die Gäste aus der Nachbarstadt sie vor eine echte Herausforderung.

Gleich auf fünf Positionen veränderte Trainer Thomas Sulewski seine Startelf im Vergleich zum 10:0-Torfestival gegen den VfL Senden. "Die Mädels haben sich im Training erarbeitet, dass wir Spielzeiten verteilen", erklärte der Coach. Doch sein Team brauche etwas Zeit, um ins Spiel zu finden.

Ohne Grothe tat Borussia sich schwer

Mandy Reinhardt und Ann-Katrin Lau klatschen nach einem Treffer miteinander ab.
In Abstinenz von Top-Torschützin Grothe trifft Mandy Reinhardt

Gleich die erste gefährliche Aktion gehörte Unna. Nach einer scharfen Hereingabe von rechts rutschten sämtliche Spielerinnen am Ball vorbei (6.). Das hätte durchaus ins Auge gehen können. Rot-Weiß stand diszipliniert, ging mutig in die Zweikämpfe und versuchte, offensiv immer wieder Nadelstiche zu setzen, ohne jedoch die Absicherung aufzugeben. Kurzum: Genau so sollte man gegen den BVB spielen. Der hingegen tat sich schwer. Weder lange Bälle noch das sonst starke Flügelspiel funktionierten so recht. Hinzu kamen einige Ungenauigkeiten im Aufbau. Vor allem das Fehlen der an COVID erkrankten Marie Grothe, nicht nur Spielmacherin, sondern auch gefährlichste Torjägerin der BVB-Frauen, machte sich bemerkbar. Gute Besserung an dieser Stelle!

"Die ersten 15 Minuten waren wir überrascht. Der Gegner war taktisch stark eingestellt und fußballerisch sehr gut. Jede wusste, wie sie anzulaufen hat", analysierte Sulewski. Trotzdem ging sein Team dank einer Co-Produktion von Mia Bedarf und Torschützin Mandy Reinhardt in Führung (23.). Die Gäste ließen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und verfolgten ihre Spielidee weiter, sodass mit Ausnahme eines Fernschusses von Vanessa Kuhl (25.) und zweier eher harmloser Kopfbälle von Ana Louisa Zabell (43., 45.) keine Chancen mehr heraussprangen.

"Nach langer Leidenszeit ist Mia voll angekommen"

Mia Bedarf schließt Volley ab und springt dabei hoch. Auf dem Bild "steht" sie gerade in der Luft.
Mia Bedarf ist nun richtig beim BVB angekommen

Daran änderte sich auch mit dem Seitenwechsel vorerst nichts. Nachdem Zabells Versuch aus 18 Metern abgewehrt wurde (55.), kam Unna zu seiner größten Chance des Spiels: BVB-Keeperin Sandra Schröer segelte an einer Ecke vorbei, doch Zahide Özteke setzte die Kugel freistehend und aus bester Position über das Tor (60.). Im Anschluss erhöhten die BVB-Frauen vor 410 Zuschauer*innen – auch die Gäste hatten übrigens lautstarke Unterstützung mitgebracht – den Druck.

Kuhls Versuch konnte die heute wirklich starke Torhüterin Michelle Gros noch entschärfen (65.), beim 2:0 durch Mia Bedarf war sie jedoch chancenlos (79.). Fünf Minuten später setzte Bedarf sogar den Schlusspunkt, diesmal per Kopf nach einer Ecke. Mit zwei Treffern und einer Vorlage avancierte der Neuzugang aus Iserlohn zum Matchwinner. Umso erfreulicher, nachdem sie krankheitsbedingt erst spät in diese Saison einsteigen konnte. Auch Thomas Sulewski, der trotz anfänglicher Schwierigkeiten ein positives Fazit unter dieses Spiel setzte, fand lobende Worte: "Mia beißt sich rein. Nach langer Leidenszeit ist sie voll angekommen. Man sieht ihre individuelle Klasse und sie wird von Spiel zu Spiel besser und fitter. Heute war sie Spielerin des Spiels."

Für die BVB-Frauen, die mit sechs Punkten Vorsprung weiterhin an der Tabellenspitze stehen, geht es am kommenden Samstag (12.11.) nach Ascheberg. Dort treffen sie um 15 Uhr auf den Tabellenfünften SV Herbern.

BVB: Schröer – Gerres (72. Hentrich), Jung, Glänzer, Klemann – Bergmann (57. Becker) – Bedarf, Zabell – Lau (72. Billig), Kuhl (82. Rogge-Herper) – Reinhardt (86. Kaul).

Tore: 1:0 Reinhardt (23.), 2:0 Bedarf (79.), 3:0 Bedarf (84.).

Zuschauer*innen: 410

Die BVB-Spielerinnen stehen alle nebeneinander und posieren zum Siegerfoto

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