Warmlaufen

Der BVB empfängt St. Pauli Mehr von allem, bitte!

16.01.2026, 14:15 Uhr von:  Gastautor*in  
Waldemar Anton im Kampf um den Ball gegen zwei Sankt-Pauli-Spieler
Im hart umkämpften Hinspiel auf St. Pauli reichte es am Ende nur zu einem ärgerlichen 3:3

Nach dem überaus mauen Auftritt gegen Werder treten die nächsten Norddeutschen im Westfalenstadion an. Bei der Partie gegen den FC St. Pauli stimmen zumindest die Rahmenbedingungen. Unser Vorbericht.

Endlich wieder Samstag, 15:30 Uhr! Als der BVB das letzte Mal zur besten Anstoßzeit ran durfte, träumten manche noch vom Pokalfinale in Berlin. Wir wussten noch nicht, wie sehr die Wartemusik zwischen den Abstimmungen bei der Mitgliederversammlung nerven würde. Donald Trump durfte sich noch nicht mit dem Friedenspreis der FIFA schmücken, und der Eisvogel war noch nicht zum Vogel des Jahres gewählt. 

55 Tage sind seit dem letzten Samstag-15:30-Spiel vergangen. Dass es das ärgerliche 3:3 gegen Stuttgart war, soll die Vorfreude nicht schmälern. Denn außerdem feiert ja noch THE UNITY 25-jähriges Bestehen – herzlichen Glückwunsch! 

Also: Es wird mal wieder Zeit für einen richtig schönen Fußballsamstag! 

Ob die Profi-Fußballmannschaft des Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund das auch so sieht? Das Spiel gegen die Bremer am Dienstag hat zumindest lange Zeit überhaupt keinen Spaß gemacht. Ja, das Ergebnis stimmt. Tabellenposition und Punkteausbeute sind sowieso außergewöhnlich gut. Und Pfiffe (wohlgemerkt bei eigener Führung) werde ich eh nie verstehen. ABER: An diesem Wochenende muss mehr kommen! Mehr Ballsicherheit, mehr Kreativität, mehr Einsatz. Mehr Alles eigentlich.

Der Gegner im Westfalenstadion ist der FC St. Pauli. Rückrundenauftakt. Die historische Bilanz spricht auf den ersten Blick klar für uns: Die letzte Liganiederlage gab es am 30. November 1989. Auf den zweiten Blick sieht es nicht ganz so rosig aus: Am ersten Spieltag gibt der BVB im Millerntor-Stadion innerhalb weniger Minuten eine 1:3-Führung aus der Hand. Beim Pokalspiel vor fast genau vier Jahren wirft der damalige Zweitligist unsere Mannschaft um Reus und Hummels, Haaland und (Jude) Bellingham aus dem Pokal. 

Wir wollen das Spiel so lange es geht offen halten und die sehr, sehr kritischen Fans wieder buhen lassen."


Pauli-Trainer Alexander Blessin

Es wäre also falsch, die Hamburger zu unterschätzen. Hinzu kommt: Pauli hat Druck. Nach einer knappen Niederlage in Wolfsburg unter der Woche könnten sie mit einem Punkt die Abstiegsränge verlassen. Aktuell sind sie punktgleich mit Mainz (16.) und Heidenheim (18.) und haben ein Spiel weniger absolviert. Denn da war ja was: Das Heimspiel gegen Leipzig wurde abgesagt. Schnee, Blitzeis und Sturmtiefs kommen einem irgendwie auch lange her vor, wenn man bei elf Grad Celsius diesen Vorbericht schreibt.

Noch wechselhafter als das Wetter ist die Saison der Kiezkicker: Sieben Punkte aus den ersten drei Spielen samt Auswärtsderbysieg und oben erwähntem Punkt gegen den BVB. Mega Start also. Es folgen neun Liga-Niederlagen nacheinander. Im Dezember wirft Pauli Gladbach aus dem Pokal und verliert kein einziges Spiel. Nix für schwache Nerven.

Und doch herrscht kein Zweifel daran, dass heute ein Heimsieg für Borussia her muss. Erst recht, weil bei Pauli im zentralen Mittelfeld eine Lücke klafft: Kapitän Jackson Irvine fällt auf ungewisse Zeit aus. Und auch Sinani und Metcalfe sind angeschlagen. Gegen Wolfsburg musste Innenverteidiger Eric Smith auf die Sechs.

Alexander Blessin hat in der Pressekonferenz seinen Machtplan verraten: Der Pauli-Trainer will die „sehr, sehr kritischen Fans“ im Westfalenstadion wieder „buhen lassen“, um die Mannschaft zu verunsichern. Ja, moin. Allein das muss doch Grund genug sein, Borussia zur besten Anstoßzeit nach vorne zu schreien und Blessins Mannschaft mitsamt den 7.000 Gäste-Fans und einer Niederlage im Gepäck in den hohen Norden zurückzuschicken. Tschüüüüüss! Oder wie man in Hamburg auch immer sagt … 

Gastautor Dominik

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