
BVB Amateure unterliegen Gladbach II 1:2 Am schönsten war der Blumenstrauß

Nach stümperhaften Abwehrfehlern und frühem Rückstand wachte der BVB bei Trainer Mike Tullbergs Abschied zu spät auf und bleibt in der Roten Erde weiterhin sieglos. Unser Bericht zum Spiel eines Teams, das sich zu oft selbst um den Lohn bringt.
Als der Schiri die Partie nach einer Gedenkminute für den am vergangenen Samstag nach dem Spiel in Hamburg verstorbenen BVB- Fan anpfiff, ahnte noch niemand der 1.705 Zuschauer, dass das Highlight des Tages bereits wenige Minuten vor Spielbeginn stattgefunden hatte. Lars Ricken hatte einen Teil der üppigen Ablösesumme (angeblich 1 Million, die der dänische Euro League - Teilnehmer FC Midtjylland zu zahlen bereit war) in einen schmucken Blumenstrauß investiert, dazu gab´s Applaus von der Tribüne und viele nette Worte, vor allem für Tullbergs langjährige erfolgreiche Tätigkeit bei der U 19. Auch wir von schwatzgelb schließen uns den vielen guten Wünschen an und hoffen für Mike auf einen guten Start in der alten Heimat. Gegen Gladbach sollte daher endlich ein Heimsieg der Amateure her, um den letztmals auf der Bank sitzenden Coach würdig zu verabschieden.

Doch wie es sich anfühlt in der Roten Erde ein Seniorenspiel zu gewinnen, wird Mike Tullberg wohl für immer vermissen müssen. Inzwischen kennen aufmerksame Beobachter der Zweiten die defensiven Blackouts der Mannschaft leider sehr gut. Traten sie doch im bisherigen Saisonverlauf tatsächlich in jedem Spiel auf. Immer und immer wieder. Gegen den Fohlen-Nachwuchs war es bereits in der 8. Minuten soweit. Hüning vergaß den Ball zu klären und Gladbachs Torjäger Urbich bedankte sich mit der Gästeführung. Passierten derartige Abwehr-Katastrophenfehler bislang in der Regel nur einmal pro Spiel, so setzte Kapitän Reitz in der 29. Minuten ein doppeltes negatives Statement via dilettantischem Ballverlust und erneut war Urbich der Nutznießer zum 0:2. So weit, so schlecht. Tullberg und sein bisheriger Co-Trainer und zukünftiger interner Nachfolger Daniel Rios reagierten und brachten mit Wüstenhagen und Boyamba in der 33. Minute zwei neue Angreifer. Vor allem Boyamba machte sofort Dampf, scheiterte aber kurz vor der Pause an der Latte.

Nach dem Wechsel war Boyamba dann der beste Spieler auf dem Platz. Immer wieder tauchte er trickreich über links am Gladbacher Strafraum auf und sorgte für Gefahr. Eine seiner guten Flanken köpfte Drakas zum 1:2 ein (53.). Noch war genug Zeit, doch den vielen Angriffen der in der zweiten Hälfte deutlich verbesserten Amateure fehlte die allerletzte Präzision. Und so retteten die Gladbacher mit einer Mischung aus Härte, lange liegen bleiben und robuster Innenverteidigung den knappen Vorsprung über die Zeit. Angesichts der haarsträubenden Abwehrfehler der schwarz-gelben war das Resultat am Ende nicht einmal unverdient.

Ob mit oder ohne Mike Tullberg, der als Nothelfer kurz vor Ende der vergangenen Saison den Abstieg nicht verhindern konnte und dem es in der aktuellen Serie noch nicht gelungen war, die Defensive zu stabilisieren, winkt den Amas nun eine Saison im Mittelmaß der Regionalliga. Nach dem Wirbel, den der Trainerwechsel auch intern verursacht haben dürfte, kommt die kurze Länderspielpause jetzt wohl ganz gelegen. Danach geht geht es für die Elf von ab jetzt Daniel Rios auswärts bei RW Oberhausen (13.9. um 14 Uhr im Stadion Niederrhein) weiter.
Aufstellung: Johnen, Hüning, Lelle, Lührs, Azhil (32. Boyamba), Eberwein, Foti (63. Paulina), Krevsun (83. Göbel), Reitz, Drakas, Diallo (32. Wüstenhagen)
Tore : 0:1 Urbich (8.), 0:2 Urbich (29.), 1:2 Drakas (53.)
Zuschauer: 1.705
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