Spielbericht Profis

"Ich bin stolz, Teil dieses Vereins zu sein"

08.08.2021, 00:00 Uhr von:  Kevin
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Erling Haaland ballt die linke Faust
Hatte viel Grund zum jubeln: Erling Haaland

Borussia Dortmund zieht in die 2. Pokalrunde ein. Bei Drittligist Wehen Wiesbaden siegt die Mannschaft von Marco Rose mit 3:0 (2:0). Erling Haaland und der BVB lassen nichts anbrennen.

„So muss man in der ersten Pokalrunde auftreten“, zeigte sich der Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung Sebastian Kehl nach dem ungefährdeten Sieg über Wehen Wiesbaden nach dem Spiel zufrieden am Sky-Mikrofon. „Wir waren von Anfang an konzentriert, haben eine starke Leistung gezeigt und haben niemals Zweifel aufkommen lassen.“

Zum Saisonstart der Dortmunder war viel gesprochen und geschrieben worden. Es war das erste Pflichtspiel vom neuen Trainer Marco Rose, der im selben Wettbewerb antrat, den sein Vorgänger Edin Terzic im Mai noch mit einem 4:1-Sieg über Leipzig im Finale gewinnen konnte. Dazu war es „Spiel 1 nach Sancho“ und es stand offen, wen Rose auf dieser Position ins Rennen schicken würde. Es wurde Papadopoulos. Auf die EM-Fahrer Can und Hummels verzichtete Rose im ersten Pflichtspiel. Gregor Kobel kam im Tor zu seinem Pflicht- und Startelfdebüt für Schwarz-Gelb.

Gio Reyna bejubelt einen Treffer im Testspiel gegen Bologna
Gio Reyna war für den Drittligisten kaum zu verteidigen

Der Favorit nahm seine Rolle in diesem Spiel von Beginn konzentriert an, trat ordentlich aufs Gaspedal und war mit viel Ballbesitz deutlich überlegen. Schon in der dritten Spielminute hatten Tigges und Haaland eine Doppelchance. Gio Reyna war für die Wiesbadener Abwehr – in der mit Sascha Mockenhaupt ein leidenschaftlicher BVB-Fan spielte – kaum zu greifen.

Haaland doing Haaland things

Allen 5.000 im Stadion anwesenden Fans muss klar gewesen sein: Es ist nur eine Zeit, bis der BVB hier das erste Tor erzielen wird. In der 27. Minute war es dann so weit. Marco Reus dribbete sich durchs Mittelfeld und steckte den Ball dann gekonnt auf Erling Haaland durch. Der Norweger blieb eiskalt vor SVWW-Keeper Stritzel und erzielte das 1:0. Wenige Zeigerumdrehungen später waren es wieder Reus und Haaland, die die Abwehr des Drittligisten ausspielten. Schlussmann Stritzel konnte Haaland nur noch mit einem Foul stoppen. Folgerichtig gab es Elfmeter – und Haaland verwandelte sicher zum 2:0 (31.). Für Haaland zu diesem Zeitpunkt das 59. Pflichtspieltor im 60. Pflichtspiel für den BVB.

Marco Rose coacht aktiv im Testspiel gegen Bologna
Marco Rose coacht aktiv im Testspiel gegen Bologna. Gegen Wiesbaden bestritt er sein erstes Pflichtspiel als BVB-Trainer

Haaland wäre aber nicht Haaland, wenn er nach 2 Toren und der vermeintlichen Vorentscheidung weniger ehrgeizig auf dem Rasen wäre. So ging die Haaland-Sause in Wiesbaden auch noch mit einem dritten Treffer weiter. Mit dem ersten Angriff im zweiten Durchgang machte der BVB den viel zitierten Deckel auf die Partie: Der auffällige Reyne spitzelte den Ball durch zu Haaland, der frei vor Stritzel auftauchte. Den ersten Schussversuch konnte der Schlussmann noch abblocken, im Nachsetzen aber war Haaland dann doch noch erfolgreich (51.).

Ich bin stolz, Teil dieses Vereins zu sein.


Erling Haaland nach dem Spiel am Sky-Mikrofon

Für den jungen Norweger war es das 60. Tor im 60. Pflichtspiel für den BVB. "Es ist egal welches Tor und auf welche Art es erzielt wurde“, zeigte sich der Torjäger nach dem Spiel unbeeindruckt von seiner Statistik. „Jedes Einzelne ist speziell und es gibt nichts Besseres als Tore zu erzielen." Auf Die Rückkehr der Fans ins Stadion angesprochen betonte der Norweger wie unglaublich es ist, wieder vor Zuschauern zu spielen. „Ich bin stolz, Teil dieses Vereins zu sein."

Auch Malen mit Pflichtspieldebüt

Sebastian Kehl im Seitenprofil, blickt angestrengt mit leichten Stirnfalten drein
Sebstian Kehl hatte an diesem Abend wenig Grund für skeptische Blicke

Für Sebastian Kehl kam der erneut starke Auftritt seines Wunderknabens im Sturm nicht unerwartet: "Wir haben heute nichts gesehen, was wir nicht auch schon in den vergangenen Wochen und Monaten von ihm gesehen haben“, betonte der 41-Jährige. „Er ist immer bereit. Der Trainer hatte überlegt, ihn rauszunehmen, doch dann hat Erling rausgeschaut und wäre glaube ich sauer gewesen. Wir sind froh, dass wir ihn haben."

Nach dem 3:0 gab es nur noch wenige Highlights, weil der BVB das Tempo etwas drosselte und Kräfte für den Start in der Bundesliga (14. August, 18:30 Uhr gegen Eintracht Frankfurt) zu sparen. In der 66. Minute kam auch der neu verpflichtete Donyell Malen zu seinem Pflichtspieldebüt im schwarz-gelben Trikot. Beinahe wäre er auch zu seinem ersten Tor gekommen, aber Stritzel im Tor der Hausherren hatte keine Lust auf weitere Gegentore (82.). Auch Akanji (83.) und Haaland (84.) konnten den Schlussmann nicht mehr überwinden.

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