Vor einer Woche habe ich in meinem Vorbericht zum Tottenham-Spiel versucht, ausschließlich positive Gedanken hineinfließen zu lassen. Von einer großen Chance auf die Top 8 habe ich geschrieben. Schon nach den ersten fünf Minuten konnte ich meinen Vorbericht gedanklich in die Tonne werfen. Ich will es auch gar nicht mehr hochkochen lassen, aber so wie sich unsere Mannschaft an diesem Abend in London präsentiert hat, war es unserem geliebten Verein nicht würdig. Auf internationaler Bühne bekamen wir keinen von mir im Vorbericht herbeigeschriebenen “magischen Abend”, sondern einen “tragischen Abend”.
Aber jetzt genug zurückgeschaut: Morgen ist Heimspiel gegen keinen geringeren als den Tabellenführer der Serie A. Inter Mailand, der Finalist der vergangenen Saison, gibt sich im Westfalenstadion die Ehre.
Wir haben zwar noch eine theoretische Chance, in die Top 8 zu kommen, aber wenn wir alle realistisch sind, können wir uns jetzt schon auf zwei weitere Spiele in den Playoffs einstellen. Und trotzdem erwarte ich morgen ein anderes Gesicht unserer Mannschaft. Jeder einzelne Spieler sollte sich vor der Partie im Klaren darüber sein, für welchen Verein, in welchem Stadion und vor welchen Fans er spielen darf.
Und genau dieses Gefühl müssen wir als Fans beschützen. Wir sind der Hauptbestandteil unseres Vereins. Klar, die Spieler spielen das Spiel und werden entweder eine schlechte oder (hoffentlich) eine gute Leistung bringen.
Wir Fans sind es aber, die solche Abende besonders machen. Die schlechte Stimmung im Umfeld unseres Vereins mit einem zögernden Schlotterbeck oder der Kritik an unserem Spielstil sollten wir Fans nicht an uns ranlassen. Klar, ist mir der sportliche Erfolg auch sehr wichtig und ich würde liebend gerne morgen im Westfalenstadion einen überzeugenden Sieg sehen und vielleicht doch noch den überraschenden Sprung direkt ins Achtelfinale bejubeln.
Aber eins ist doch auch klar: Egal wie das Spiel morgen ausgeht, ob wir spielerisch überzeugen oder von Inter auf die Mütze bekommen. Wir stehen immer wieder hinter diesem Verein. Den Verein, den wir so lieben.
Und deswegen: Lasst uns morgen alles raushauen. Für Schwatzgelb.
Europapokal!
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