Handball

BVB gegen Team Esbjerg Sarah Wachter empfängt „Kathi“ Filter

11.01.2026, 19:09 Uhr von:  DocKay    
Die Abwehr am Kreis versucht den Wurf der Esbjerger Spielerin zu verhindern.

In der EHF Champions League empfingen unsere Handballerinnen in der WESTPRESS arena in Hamm das Team Esbjerg, das im Vorjahr den dritten Platz erreicht hatte. Für den BVB ging es darum, die Play-offs zu erreichen. Am Ende stand jedoch eine 24:31-Niederlage.

Mit dem Team Esbjerg hatten unsere Handballfrauen einen „harten Brocken“ auf dem Weg in die nächste Runde zu bewältigen. Am 9. Spieltag der Vorrunde galt es, Platz sechs der Gruppe A ins Visier zu nehmen. Das Hinspiel gewannen die Däninnen mit 36:29. Ihr Team ist aktueller Spitzenreiter der Kvindligaen, der dänischen Frauenliga. Neben der Welthandballerin Henny Reistad gehören auch Nora Mork und Liv Rushfeldt Deila zur aktuellen Mannschaft der norwegischen Weltmeisterinnen. Und dann wäre da noch Katharina Filter, die zusammen mit Sarah Wachter das Rückgrat der deutschen Vize-Weltmeisterinnen bildete. Alles in allem keine leichte Aufgabe für unsere Spielerinnen, die die letzten beiden Ligaspiele vor ausverkaufter Halle in Wellinghofen spielen konnten. Ein Vorteil war es also nicht, dass dieses Spiel ausgerechnet in Hamm stattfinden musste. 

In der Liga läuft es für unsere Handballfrauen. Die letzte und bisher einzige Niederlage in der Alsco Handball-Bundesliga erlitten sie am 1. Oktober 2025 gegen die HSG Bensheim-Auerbach mit 32:38. Danach folgten acht Siege in Folge, wodurch sie die Tabellenführung mit 18:2 Punkten übernahmen. Das Lazarett der verletzten Spielerinnen hatte sich etwas gelichtet. Dennoch fehlten mit Alicia Langer, Lena Hausherr, Lara Müller und Lois Abbingh noch vier Spielerinnen. Gerade die Leistungen im Abwehrverbund der vergangenen Wochen stimmten etwas optimistisch.

Kelly Vollebregt beim Sprungwurf von außen.
Kelly Vollebregt brachte heute den Ball nicht im Kasten unter.

Die ersten 30 Minuten

Henk Groener begann das Spiel mit Sarah Wachter im Tor. Im Rückraum spielten Alina Grijseels, Déborah Lassource und Alieke van Maurik. Emma Olsson am Kreis sowie Kelly Vollebregt und Lara Egeling auf den Außenpositionen ergänzten die „Starting Seven“. In den ersten 15 Minuten konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Auffällig waren von Anfang an die Vielzahl von Fehlwürfen auf Seiten des BVB und das Scheitern der beiden Spielerinnen auf den Außenpositionen. Hier ging in den meisten Fällen Katharina Filter als Siegerin hervor. Kelly Vollebregt und Lara Egeling hingegen hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt. Ihnen schien der Ball förmlich an den Händen zu kleben. Trotz einiger Paraden von Sarah Wachter zogen die Däninnen von 8:6 auf 13:7 davon. Es gab minutenlange Phasen, in denen es unseren Spielerinnen nicht gelang, den Ball im Kasten von Katharina Filter zu versenken. Bis zum Halbzeitpfiff traf Deborah Lassource noch bei drei Siebenmetern. Aus dem Spiel heraus fiel in den letzten 15 Minuten der ersten Hälfte lediglich ein Treffer von Alina Grijseels in der 21. Minute. Die Däninnen wirkten keineswegs überzeugend, sodass eine mittelmäßige Leistung zur Halbzeitführung von 14:10 für Team Esbjerg reichte.

Kaja Kamp Nielsen ist am Kreis erfolgreich.
Kaja Kamp Nielsen versuchte alles gegen ihre früheren Teamkolleginnen.

Die zweiten 30 Minuten

Es sollte die erste Hälfte widerspiegeln. Das Fehlwurfdesaster nahm seinen Lauf. Mein Tribünennachbar hatte in der ersten Halbzeit insgesamt neun Fehlwürfe gezählt. Dann hörte er auf zu zählen, und im Spiel zeigten sich zunehmend auch technische Fehler. Zwar konnte man kurz den 4-Tore-Abstand halten, doch mit der Zeit zogen die Gegnerinnen aus Esbjerg innerhalb von acht Minuten auf 21:14 davon. Es war zum Verzweifeln, denn der Gegner spielte keinen überragenden Handball – er traf eben ab und zu, was unseren Spielerinnen an diesem Tag einfach nicht gelang. Erneut vergaben unsere Außen eine Chance nach der anderen. Kelly Vollebregt wirkte sichtlich frustriert – heute ging gar nichts. Entsprechend fielen die restlichen Tore durch unsere Kreisläuferinnen Lisa Antl, Emma Olsson und zuletzt Kaja Kamp Nielsen, die sich das Aufeinandertreffen mit ihren alten Mannschaftskolleginnen sicher anders vorgestellt hatte. Aus dem Rückraum trafen Dana Bleckmann, Alina Grijseels, Guro Nestaker und Alieke van Maurik. Dies war jedoch lediglich eine zwischenzeitliche Ergebniskosmetik. Zu allem Übel erhielt Deborah Lassource in der 48. Minute die rote Karte. Angeblich hatte sie ihre Gegenspielerin im Gesicht getroffen. Das hatte jedoch keinen entscheidenden Einfluss auf das Spiel, genauso wenig wie die taktische Umstellung von Henk Groener in der 50. Minute, als er Sarah Wachter herausnahm und mit sieben Feldspielerinnen agierte. Am Ende hieß es 31:24 für den Gast aus Esbjerg.

Mannschaft und Betreuer blicken von der Bank sorgenvoll auf das Spielfeld.
Ratlosigkeit auf der Teambank.

Fazit

An diesem Tag wäre für unsere Mannschaft sicher mehr drin gewesen. Esbjerg genügte eine durchschnittliche Leistung, um den klaren Sieg zu erzielen. Viele unserer Spielerinnen konnten nicht ihre Normalform erreichen oder waren vom Pech verfolgt. In der Champions League darf man sich zu viel Respekt vor den Gegnerinnen und eine Unzahl von Fehlwürfen nicht leisten. Es hätte durchaus ein Spiel auf Augenhöhe werden können. Jetzt ist das Ziel Play-offs erst einmal in weitere Ferne gerückt. Um die zweite Runde zu erreichen, muss eine deutliche Steigerung her. Das Duell Sarah Wachter gegen Katharina Filter ist in meinen Augen unentschieden ausgegangen. Der schönste Moment dieses Spieltags war für mich das Wiedersehen mit Esbjergs schwedischem Trainer Thomas Axnér. Wir hatten eine wunderschöne gemeinsame Zeit beim VfL Gummersbach in der Handball-Bundesliga. Lieber Thomas, ich wünsche dir und deinen Handballerinnen in allen noch ausstehenden Wettbewerben viel Erfolg. Vielleicht sieht man sich ja einmal wieder in Dortmund.

Der Trainer von Esbjerg steht vor der Bank. Die Spielerinnen jubeln.
Thomas Axnér und seine Spielerinnen konnten mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Der Blick nach vorne

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Bereits am kommenden Mittwoch erwarten unsere Handballerinnen in der Bundesliga den BSV Sachsen Zwickau in der Halle Wellinghofen. Dabei gilt es, die Spitzenreiter-Position zu verteidigen. Anwurf ist um 19:30 Uhr. Unser Team würde sich natürlich über eine rege Zuschauerbeteiligung sehr freuen.

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