Warmlaufen

Abstand halten!

22.01.2021, 11:23 Uhr von:  Christoph
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Auf dem Bild sitzen die Spieler nach Abpfiff auf dem Rasen und lassen sich von den Fans feiern. Das Foto stammt aus dem letzten Auswärtssieg des BVB in Gladbach
Gefühlt eine Ewigkeit her. Eines der letzten Auswärtsspiele mit Fans

Zum Rückrundenauftakt trifft der BVB auf die Fohlenelf vom Niederrhein. Das Erste von 17 Endspielen um einen Champions-League-Platz birgt eine Menge Brisanz. Ob Spekulationen um mögliche Trainerwechsel, wilde Corona-Party in Essen, oder „freche“ Journalisten, ist bei allen Beteiligten eine gewisse (Ver-)Spannung und Nervosität zu spüren. Zu Recht.

Nach der Niederlage gegen Leverkusen und dem Unentschieden gegen den damaligen Tabellenletzten aus Mainz ist man beim BVB nun endlich in der Realität angekommen. Neben der Erkenntnis, dass auch andere Mannschaften Fußball spielen können, setzt sich mit etwas zeitlichem Abstand auch mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass im Leistungssport nicht nur der große Name ein Garant für Punkte ist. Nicht jeder Spieler, der den Titel Weltmeister, Superstar, Führungsspieler oder Supertalent trägt, wird diesem auch in jedem Spiel gerecht. Problematisch wird es dann, wenn die halbe Mannschaft in schöner Regelmäßigkeit unter ihren Möglichkeiten spielt. Liegt es am Trainer, am Management, am überhöhten Anspruchsdenken, oder doch am Corona-Virus? Oder ist diese Mannschaft einfach nur ein hoffnungsloser Fall, wie ein Journalist auf der Pressekonferenz mit dem sicheren digitalen Abstand anmerkte. Man weiß es nicht.

Auf dem Bild sieht man den BVB-Fanblock. Gerade werden Doppelhalter mit den Funktionären des DFB hochgehalten, deren Gesicht eine rote Pappnase ziert.
Damals wie heute steht der DFB in der Kritik.

„Also eine Mannschaft, die in den letzten zwei Jahren relativ deutlich Vizemeister geworden ist, so zu titulieren, ist eine Frechheit“


M. Zorc

Was man aber sicher weiß, ist, dass es ohne die Champions-League-Teilnahme im nächsten Jahr nicht gerade rosig für den BVB werden wird. Apropos rosig: Ob ein Herr Rose wirklich zu einem Verein wechselt, der nicht in der „Beletage“ Europas vertreten ist? Ganz zu schweigen von den finanziellen Verlusten, die dem BVB winken, sollte das „Saisonziel“ nicht erreicht werden. Immerhin könnten die Transferspekulationen um den Gladbacher Trainer etwas Unruhe in die Fohlen-Elf bringen. Vielleicht noch etwas brisanter ist bei den Gladbachern der Fall Embolo. Sich bei einer Party in Essen erwischen zu lassen und dann seinem Klub zu erzählen, er habe dort nicht mitgefeiert, sondern in einer benachbarten Wohnung mit geringem Abstand zur Party mit zwei Freunden unter Einhaltung des nötigen Abstandes Basketball geschaut. Basketball? Vermutlich brauchte er etwas Abstand vom Fußball. Donnerstag bestätigte dann eine Sprecherin der Stadt Essen, dass eine Person aus „Embolos Umfeld“ – aber mit dem nötigen Abstand – versucht habe, die Sache mit einer Spende aus der Welt zu schaffen. Abstand schaffen nennt man das. Wenn jetzt noch ein Gladbacher Spieler mit einer frischen Frisur aufläuft, muss der DFB zwangsläufig das Spiel für den BVB bewerten. Schön, dass die Bundesliga gerade in so grauen Zeiten wie diesen so unterhaltsam ist, bevor der ein oder andere Fußballliebhaber sich mehr und mehr von dieser Fußball-Bubble distanziert (Abstand nimmt).

"Ich möchte mich nicht zu Spekulationen äußern“


Rose

Auf dem Bild sieht man Michael Zorc im Gespräch mit den Sky-Moderatoren und dem Manager von Gladbach, Eberl.
Erste Verhandlungen über die Ablösesumme für den Gladbacher Trainer Rose?

Doch richtet man den Blick auf das Sportliche, steht eine unterhaltsame Partie bevor. Der Tabellen-vierte tritt bei dem Tabellen-siebten an. Gerade einmal ein mickriger Punkt trennt die beiden ambitionierten Mannschaften, die beide in dieser Saison noch nicht kontinuierlich ihre Leistung abgeliefert haben. Nach einem auf dem Papier klaren 3:0 Sieg des BVB in der Hinrunde, dürften die Fohlen noch eine Rechnung mit dem BVB offen haben, zumal das Ergebnis nicht den Spielverlauf widerspiegelt. Allerdings umfasst die Rechnung wesentlich mehr als nur die letzte Niederlage. Inzwischen hat der „Schreck vom Niederrhein“ 11 Niederlagen in Folge gegen den BVB in seiner Vita stehen und ist auf einem guten Weg, sich mit Abstand als neuer Lieblingsgegner des BVB zu etablieren. So sollte es bleiben, denn der tabellarische Abstand sollte schließlich bewahrt bleiben.

So könnten sie spielen

M‘gladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer, Neuhaus – Hofmann, Stindl, Thuram – Plea

Borussia Dortmund: Bürki – Meunier, Akanji, Hummels, Schulz – Can, Guerreiro – Sancho, Brandt, Reyna – Haaland

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