Tagesgeschäft in Sinsheim

Pokal, Hoppenheim, Champions League...

Jobe Bellingham geht mit einem Spieler der TSG Hoffenheim in ein Kopfball-Duell.
Spiele gegen Hoffenheim bleiben ein K(r)ampf. · Bild: schwatzgelb.de

Nach dem erfolgreichen Auftakt am Dienstag im DFB-Pokal hat der BVB seinen Kader für die Ligaphase der Champions League bekanntgegeben. In dieser Zeit fehlt Emre Can. Dass der FC Villarreal zu früh für ihn kommt, war zwar abzusehen. Die lange Ausfallzeit ist jedoch überraschend. Bis Ende Januar wird Can damit offenbar keine nennenswerte Option sein. Vor den K.-o.-Runden dürfte Borussia Dortmund ihn allerdings noch einmal nachnominieren können. Der BVB-Profi leidet weiterhin an seinem Kreuzbandriss. 

Ebenfalls nicht mit dabei sind die beiden Neuzugänge aus dem Sommer: Giannis Konstantelias (Kreuzbandriss) und Justin Lerma, der laut Niko Kovac noch Zeit benötigt.

Aber genug vom europäischen Geschäft. Bevor der BVB bald wieder die ganz großen Namen vor die Brust bekommt, wartet erst einmal der Bundesliga-Alltag. Und der führt Borussia Dortmund nach Sinsheim. Bei sommerlichen Temperaturen von 24 bis 25 Grad trifft der BVB auf die TSG 1899 Hoffenheim. Anpfiff ist am Samstag um 15:30 Uhr. Geleitet wird die Partie von Dr. Matthias Jöllenbeck.

Wer es nicht in den Gästeblock schafft, kann die Partie bei Sky im Pay-TV verfolgen. Der Livestream läuft bei Sky Go beziehungsweise WOW. Ausschnitte gibt es außerdem im Rahmen der Konferenz bei DAZN. Und wie gewohnt können alle, die lieber schwarzgelb hören als schwarzgelb schauen, auf das kostenlose BVB-Netradio zurückgreifen.

Die Krankenakte wird langsam kürzer

Personell gibt es weiterhin einige Fragezeichen. Samuele Inacio muss nach seiner Roten Karte gegen den HSV zuschauen. Giannis Konstantelias und der bereits erwähnte Emre Can fallen aufgrund ihrer Kreuzbandrisse weiterhin aus.

Nico Schlotterbeck am 34. Spieltag gegen Werder Bremen, mit einer sauberen Grätsche im Kampf um den Ball
Wieder zurück im Training: Nico Schlotterbeck. · schwatzgelb.de

Immerhin gibt es bei Nico Schlotterbeck einen kleinen Lichtblick: Der Innenverteidiger trainierte erstmals wieder auf dem Platz. Die Übungen mit dem Ball fanden allerdings „isoliert und ohne Gegner“ statt, erklärte Niko Kovac. Nach seiner Sprunggelenksverletzung soll Schlotterbeck behutsam wieder aufgebaut werden. Ganz so weit weg ist die Rückkehr ins Mannschaftstraining scheinbar aber nicht. Kovac machte auf der Pressekonferenz deutlich, dass er Schlotterbeck gerne in ein bis zwei Wochen wieder vollständig im Teamtraining sehen würde. Kleine Schritte, aber immerhin: Schritte.

Auch Ramy Bensebaini nähert sich langsam wieder dem Mannschaftstraining. Nach seiner Rippenprellung trainierte er am Donnerstag erstmals wieder mit seinen Mitspielern. Er mache Fortschritte, sei aber noch „weit weg von Bundesliga-Fußball“. Für die Reise nach Mannheim reichte es entsprechend noch nicht. Mussa Kaba und Enzo dos Santos sind Ebenfalls auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Für einen Platz im Kader reicht das allerdings noch lange nicht. Laut Kovac sind beide derzeit noch keine Option – von Konkurrenz für einen Kaderplatz ganz zu schweigen.

Ethan Nwaneri - War er nie weg?

Bei Ethan Nwaneri sieht die Sache dagegen deutlich anders aus. Der Deadline-Day-Neuzugang könnte bereits am Samstag seine ersten Minuten für den BVB sammeln. Gemeinsam mit der Mannschaft flog der 18-Jährige am Freitag nach Mannheim Und Niko Kovac scheint nicht abgeneigt, den Neuen direkt ins kalte Wasser zu werfen:

Ethan ist ein fitter Spieler, der theoretisch und vielleicht auch praktisch sofort spielen könnte. Er hat technische Fähigkeiten, die sehr gut sind, das haben wir im Training schon beobachten können.

— Trainer Niko Kovac

Nwaneri kam am Deadline Day vom FC Arsenal und soll den verletzten Giannis Konstantelias ersetzen. Der Engländer wurde auf Leihbasis ohne Kaufoption verpflichtet. Medienberichten zufolge soll es im Winter allerdings eine Rückholmöglichkeit für Arsenal geben. Dafür müsste der BVB wohl frühzeitig informiert werden. Geschäftsführer Sport Lars Ricken bezeichnete die Verpflichtung unter diesen Bedingungen als die „sportlich nun bestmögliche Lösung“. Ob Nwaneri tatsächlich schon gegen Hoffenheim auf dem Platz steht, dürfte sich am Samstag zeigen.

Daniel Svensson wird im Zweikampf von einem Hoffenheimer zum Boden geschubst und verzieht dabei schmerzhaft das Gesicht.
Ein Spiel in Hoffenheim ist wie der Besuch beim Zahnarzt: Nicht schön, aber musse halt auch hin. · schwatzgelb.de

Hoffentlich geht das gut

Kommen wir also zum Gegner. Und der hat es durchaus in sich. Die TSG ist zum Saisonstart zwar in Köln gestolpert, trotzdem dürfte Hoffenheim für den BVB der erste echte Gradmesser in der Bundesliga sein. Vor heimischem Publikum wollen es die Kraichgauer schließlich besser machen. Andernfalls könnte der Saisonstart ziemlich schnell ziemlich ungemütlich werden.

Niko Kovac erwartet daher einen Gegner, der vor allem „sehr intensiv, sehr aggressiv und vertikal“ spielt. Das schlägt sich auch in einem hohen Laufpensum nieder. In Sinsheim wird sich erstmals zeigen, wie belastbar der gute Start tatsächlich ist. Kovac jedenfalls machte klar, dass der BVB nicht zum Sightseeing nach Sinsheim fährt. Einfach wird das allerdings nicht. Spiele gegen Hoffenheim waren für den BVB schließlich nicht selten unangenehme Angelegenheiten.

BVB-Torgarant Serhou Guirassy

Zumindest in einer Hinsicht darf man aber optimistisch sein: Serhou Guirassy. Der BVB-Torgarant hat in seinen letzten vier Auswärtsspielen in Sinsheim jeweils mindestens einmal getroffen. Wenn es nach schwarzgelbem Wunschdenken geht, darf diese Serie am Samstag natürlich gerne weitergehen.

In diesem Sinne: Forza BVB!

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