Was werden das für Wochen: 18 Tage lang rollte aufgrund der XXL-Länderspielpause nun kein Ball mehr in der Bundesliga. Und jetzt reisen Spieler und Fans in diesem Oktober für den BVB mehr als 10.000 Kilometer kreuz und quer durch Europa und die Republik: Sieben Fußballspiele stehen an – in 23 Tagen.
Und während ihr an dieser Stelle in den kommenden Wochen Vorberichte auf Partien nördliches des Polarkreises gegen Bodø/Glimt und am Schwarzen Meer gegen Sabah FK lesen werdet, soll dieser Text hier euch also heiß machen auf ein Spiel gegen den SV Werder Bremen am Freitagabend? Na, halleluja. Versuchen wir’s! Vielleicht klappts ja mit diesen vier Fakten.
Nummer eins: der perfekte Saisonstart. Klar, liegt auf der Hand. Der BVB hat als einziger Verein die ersten vier Ligaspiele gewonnen. Besonders die Disziplin in der Abwehrkette um Waldemar Anton sticht heraus: Zwei Gegentore in vier Spielen, so wenige wie keine andere Mannschaft – jaja, außer den Bayern. Obendrein wirkt das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans so gut wie lange nicht mehr. Irgendwie fällt es schwer, sich vorzustellen, dass die Siegesserie ausgerechnet in einem Heimspiel gegen den SV Werder Bremen reißt. Nur ist es mit Gefühlen im Fußball ja so eine Sache …
Werder ist deutlich durchwachsener, wenn auch ordentlich in die Saison gestartet. Nach einer derben Niederlage in Freiburg am ersten Spieltag folgten Heimsiege gegen Leipzig und Augsburg sowie ein Remis im Müngersdorfer Stadion in Köln.
Nummer zwei: Der BVB konnte in diesem Jahr bereits zwei Ligaspiele gegen die Norddeutschen gewinnen – und das jeweils ohne Gegentor. Im Januar gab es einen 3:0-Heimsieg. Dass das Spiel furchtbar anzusehen und längst nicht so souverän war, wie das Ergebnis vermuten lässt, lassen wir mal unter den Tisch fallen. Am letzten Spieltag der Vorsaison gewann der BVB dann 2:0 im Weserstadion. Nur eines der vergangenen 15 Liga-Spiele gegen die Bremer haben wir verloren.
Nummer drei: Sieben Gegentore, vier davon schon nach gut 20 Minuten. Watt für ne Klatsche hat sich Werder da im Testspiel gegen Enschede bitte abgeholt? Ja, klar, ist ein Testspiel. Bloß nichts überbewerten. Immerhin fehlten die Nationalspieler. Und doch standen auch gestandene Spieler wie Pieper, Chuki, Reis, Weiser und ein gewisser Niclas Füllkrug auf dem Platz. Einen freien Tag hat Trainer Daniel Thioune seinen Spielern daraufhin gestrichen. Stattdessen stand eine Krisensitzung an. Bei welcher Mannschaft die Stimmung gerade besser ist, dürfte klar sein.
Nummer vier: Apropos Füllkrug. Der ehemalige Dortmunder dürfte beim Wiedersehen im Westfalenstadion besonders motiviert sein. Immerhin könnte er im vierten Bundesligaspiel in Folge treffen. Etwas, das ihm noch nie gelungen ist. Und auch insgesamt ist Werder Bremen bei all den Vereinen, die sonst so in der Bundesliga herumlaufen, doch einer der willkommeneren Gäste im Westfalenstadion. Ein schönes Traditionsduell erwartet uns. Dass die Punkte in Dortmund bleiben, muss der Anspruch sein.
Spricht also nichts gegen den BVB? Mal sehen. Wie angespannt die Personalsituation ist, konnte Niko Kovac auf der Pressekonferenz am Mittwoch noch nicht recht beantworten: Daniel Svensson und Konstantinos Karetsas sind offenbar am Kränkeln. Ob Nico Schlotterbeck – dessen Verletzung im Training der Nationalmannschaft offenbar weniger schlimm war als zunächst befürchtet – und Julian Ryerson einsatzfähig sind, stand bei der Pressekonferenz ebenfalls noch nicht fest. Angesichts der guten Leistungen sollte es gegen Werder doch trotzdem reichen – oder nicht? Eigentlich schon. Der fünfte Ligasieg in Folge soll her. Aber lasst uns die stinkenden Grünweißen nicht unterschätzen. Die drei Bremer Last-Minute-Tore im Westfalenstadion vor vier Jahren sind leider noch bestens im Gedächtnis.
Schaun wa ma. Auf geht’s Dortmund, kämpfen und siegen!