BVB gegen Paderborn

Bitte macht es besser als 2019!

Die Anzeigetafel ist zu sehen, die ein 3:3 zwischen dem BVB und dem SC Paderborn anzeigt
Im November 2019 erlebte der BVB gegen den SC Paderborn einen rabenschwarzen Tag. · Bild: schwatzgelb.de

Lang ist’s her: Am 22. November 2019 war der SC Paderborn 07 zuletzt für ein Bundesligaspiel zu Gast im Westfalenstadion. In der Startelf von Trainer Lucien Favre standen damals unter anderem Paco Alcácer im Sturm und Julian Weigl als Innenverteidiger. Es war alles andere als ein normales Spiel: Die Gäste aus Ostwestfalen gingen in der fünften Minute durch einen Konter in Führung und erzielten kurz vor der Pause noch zwei weitere Tore, bei denen Weigl völlig neben sich stand. Der Kicker gab ihm für das Spiel eine glatte sechs. Jo, verdient. Viel besser waren seine Teamkollegen aber auch nicht.

Nur beim Saisonfinale 2023 stand ich fassungsloser auf der Südtribüne als 2019 während der ersten Halbzeit gegen den Tabellenletzten aus Paderborn. Kein anderes Pfeifkonzert gegen die eigene Mannschaft ist mir so laut in Erinnerung wie damals, als Gerrit Holtmann das dritte Tor direkt vor der Südtribüne erzielte. Was für ein Tag. Sancho, Witsel und Reus sorgten in der zweiten Hälfte zwar für die Aufholjagd, 3:3 am Ende. Und trotzdem war die Stimmung auf der Tribüne hitzig, Lucien Favre ist mit Abpfiff schnurstracks in die Kabine geeilt.

Axel Witsel und Marco Reus tragen dem Ball nach einem Ausgleichstreffer zurück Richtung Mittellinie.
Trotz eines späten Ausgleichstreffers war die Stimmung auf der Tribüne damals hitzig. · schwatzgelb.de

Es ist schwer vorstellbar, dass der dritte Spieltag der Bundesligasaison 2026/27 ähnlich verlaufen wird wie damals. Dabei steht Paderborn in der Tabelle sogar etwas besser da als vor sieben Jahren: Tabellenplatz zwölf – gut, nach zwei Spielen. Was heißt das schon? Aber: In den ersten beiden Spielen war durchaus zu erkennen, dass der Aufsteiger, der die Wolfsburger in der Relegation in die zweite Liga geschossen hatte, im Oberhaus etwas vorhat. 

Die Mannschaft von Trainer Ralf Kettemann holte am ersten Spieltag einen Punkt in Mainz. Vergangene Woche mussten sie zu Hause eine knappe 0:1-Niederlage gegen den SC Freiburg hinnehmen, waren aber nach der Halbzeit die viel bessere Mannschaft – mit mehr Ballbesitz (61 zu 39 Prozent). Zwar fehlt den Ostwestfalen noch ein Tor in dieser Bundesligasaison. Aber insbesondere Torhüter Nahuel Noll konnte in den ersten beiden Spielen überzeugen und hielt seine Mannschaft das ein oder andere Mal mit einer guten Parade im Spiel. Und auch auf den ausgeliehenen Laurin Ulrich und den Ex-Borussen Steffen Tigges wird zu achten sein.

Sei’s drum. Ein Heimsieg gegen den Aufsteiger ist Pflicht für den BVB. Keine Frage: Die Euphorie ist gerade etwas gedämpft. Noch immer ist diese erste so furiose Halbzeit gegen den HSV im Gedächtnis, die im Stadion so viel Spaß gemacht hat. Die Ausfälle von Giannis Konstantelias und Konstantinos Karetsas waren beide auf ihre eigene Art ein echter Stimmungsdämpfer, die schwache erste Halbzeit in Sinsheim ebenfalls.

Serhou Guirassy und Fabio Silva sind nach dem Spiel gegen Hoffenheim im Dialog zu sehen
Harmonierten zuletzt bestens: Serhou Guirassy und Fabio Silva · schwatzgelb.de

Schlägt gegen Paderborn jetzt die Stunde des neuen „Traumduos“, wie die Medien schon jetzt über Serhou Guirassy und Fabio Silva schreiben und sprechen? Sicherlich: Es würde alle freuen, wenn es so kommt. Tor und Vorarbeit in Sinsheim waren brillant. Es ist schön zu sehen, wenn beide Spaß am Fußball haben – wie gegen Hoffenheim oder Villarreal. Bislang hat es allerdings vor allem Fabio Silva nicht geschafft, nach einer guten Leistung in den folgenden Spielen konstant abzuliefern. Mit Ethan Nwaneri und Mathis Albert könnten auch andere interessante Spieler die Lücke im offensiven Mittelfeld füllen. Samuele Inacio sitzt noch seine Sperre aus dem HSV-Spiel ab.

In der Abwehr sind Ramy Bensebaini und Nico Schlotterbeck wieder einsatzbereit. „Ich kann auf beide zählen“, sagte Nico Kovac in der Pressekonferenz vor dem Spiel. Dieser Spielraum auf der Innenverteidigerposition ist vor allem beruhigend, weil sich Joane Gadou zuletzt gegen Hoffenheim einige Fehler leistete.

Also: Auf geht’s Dortmund, kämpfen und siegen! Nur bitte ohne 0:3-Rückstand und ohne Pfeifkonzert.

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