Dortmund gewinnt in Baku

Unnötig spannend gemacht...

Im großen Nationalstadion von Baku stehen die Soldaten der Volksarmee, am Rand der Tribünen und schirmen das Spielfeld ab.
Das Nationalstadion in Baku mit seiner Volksarmee. Was hier wohl bei einem Platzsturm passiert wäre... · Bild: Leon Isenberg

Baku ist für schnelle Runden und spektakuläre Überholmanöver bekannt. Auf dem Fußballplatz ging es für Borussia Dortmund allerdings um die Rückkehr in die Erfolgsspur. Nach zuletzt drei sieglosen Pflichtspielen gastierte der BVB beim Champions-League-Neuling Sabah FK. Gegen die Mannschaft aus Aserbaidschan machte sich Dortmund das Leben unnötig schwer. Am Ende stand ein knappes 2:1. 

Nach dem torlosen Unentschieden gegen Union Berlin nahm Niko Kovač vier Veränderungen in seiner Startelf vor. Ramy Bensebaini, Joey Veerman, Fabio Silva und Carney Chukwuemeka rückten für Joane Gadou, Jobe Bellingham, Ethan Nwaneri und Maximilian Beier in die Anfangsformation. Gleichzeitig veränderte der Trainer die taktische Ausrichtung im Sturm. Serhou Guirassy und Fabio Silva bildeten die Doppelspitze.

Der BVB startete mit mehr Zug zum Tor als beim Unentschieden gegen Union Berlin. Silva und Guirassy kamen früh zu Abschlüssen, erstmal jedoch ohne Erfolg. In der zehnten Minute belohnte sich der BVB schließlich: Felix Nmecha zog aus der Distanz ab, Sabah-Keeper Stas Pokatilov ließ den Ball nach vorne abprallen und Guirassy staubte zur Führung ab (10.). 
Dortmund hatte dann noch weitere Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Nach einem Freistoß von Joey Veerman konnte Pokatilov wieder den Ball nicht festhalten, war dann aber beim Nachschuss zur Stelle. Danach verlor Borussia Dortmund jedoch die Kontrolle. Sabah kam häufiger in die Dortmunder Hälfte und nutzte die fehlende Ordnung.

Stark angefangen, schnell nachgelassen und dann wieder aufgedreht

Kurz vor der Pause folgte die Quittung für die passive Phase: Nach einem Freistoß von Tymoteusz Puchacz stieg Aden McCarthy am langen Pfosten hoch und köpfte zum 1:1 ein (39.). In den verbleibenden Minuten vor dem Seitenwechsel setzte Sabah weiter nach. Dortmund hatte die Partie nach einem ordentlichen Beginn zunehmend aus der Hand gegeben. Nach dem Seitenwechsel übernahm der BVB wieder mehr Verantwortung mit dem Ball. Die entscheidende Szene ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Joey Veerman schlug aus dem rechten Halbfeld eine präzise Flanke an den zweiten Pfosten, wo Guirassy einlief und den Ball aus kurzer Distanz volley zum 2:1 im Tor unterbrachte (53.). Der Stürmer schnürte damit seinen zweiten Doppelpack in der laufenden Champions-League-Saison.

Die Anzeigetafel des Nationalstadions. Sabah FK gegen den BVB. Rund 1,5 Stunden vor Abpfiff.
Das warten fühlt sich hier ohne Bier wie eine Ewigkeit an. Für manche war das nicht leicht auszuhalten. · Leon Isenberg

Die erneute Führung hätte Dortmund eigentlich Sicherheit geben müssen. Stattdessen blieb die Partie offen und der BVB unsicher. Schwatzgelb verpasste es, seine Angriffe konsequent zu Ende zu spielen und den Vorsprung auszubauen. Guirassy, Chukwuemeka und Fabio Silva ließen weitere Gelegenheiten ungenutzt. Auch die Wechsel von Niko Kovač brachten zunächst nicht die erhoffte Ruhe ins Dortmunder Spiel. Sabah lief höher an und kam durch Ballverluste immer wieder in aussichtsreiche Positionen. Besonders in der Schlussphase musste Borussia aufpassen, den knappen Vorsprung nicht doch noch zu verspielen. Nach einem Fehlpass von Nico Schlotterbeck bot sich Orphé Mbina eine gute Ausgleichsmöglichkeit, doch Daniel Svensson störte entscheidend (75.).

Nochmal mit Glück davongekommen

Damit beendete der BVB seine Serie von drei Pflichtspielen ohne Sieg und verbesserte die Ausgangslage in der Champions-League-Ligaphase. Ein überzeugender Auftritt war es allerdings nicht. Nach der frühen Führung verlor Dortmund zu häufig die Kontrolle, ließ dem Gegner zu viele Möglichkeiten und machte es in der Schlussphase unnötig spannend. Die drei Punkte sind eingefahren, doch die spielerischen Probleme bleiben. Viel Zeit zum Durchatmen gibt es ohnehin nicht: Bereits am Samstag wartet mit Eintracht Frankfurt die nächste Aufgabe in der Bundesliga, ehe dann die Bayern und im Pokal Werder Bremen kommen.

In diesem Sinne: Forza BVB!

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