Heimsieg gegen Frankfurt

Geht doch!

Vor Spielbeginn ist von der Südtribüne aus die Chroreografie der Gästefans aus Frankfurt zu sehen
Die Gästefans zeigten zu Beginn beider Halbzeiten eine Choreo. · Bild: privat

Danke, Maxi Beier! Danke! Lange Zeit fühlt sich das Spiel gegen Eintracht Frankfurt auf der Tribüne so an wie die ersten 80 Minuten gegen Werder Bremen vor zwei Wochen: Der BVB hat viele gute Chancen, aber das Tor will einfach nicht fallen. Bitte nicht das dritte Liga-Remis nacheinander, bitte nicht …

Aber dann kommt Maxi Beier in der 68. Minute auf den Platz – und elf Minuten später zum Abschluss: Der 24-Jährige spielt einen guten Pass auf Bellingham, winkt den Ball an der Strafraumgrenze wieder zu sich. Laute „Schieeeeeeeß“-Rufe hallen durch das Westfalenstadion – und Beier hört auf die Zuschauer: Er schlenzt den Ball in die lange Ecke zum 1:0. Was eine geile Bude. Und was eine Erlösung. Der Getränkevorrat fällt dem Jubel zwar zum Opfer und läuft sturzflutartig die Stufen der Südtribüne hinunter. Aber sei’s drum: Hauptsache drei Punkte!

Das Spiel

Es geht direkt mit viel Tempo los und macht richtig Spaß. Bensebaini grätscht in höchster Not Collins ab – und wird gefeiert wie ein Torschütze. In der 17. Minute MUSS Serhou Guirassy, der zuvor schon eine gute Chance hatte, frei vor Atubolu das 1:0 machen. Der Lupfer ist allerdings wirklich halbherzig. Svensson hat mit seinem abgefälschten Lattentreffer die nächste dicke Chance. 

Die Südtribüne ist zu sehen, mit dem klassischen Banner "Willkommen im Westfalenstadion"
So wie beide Mannschaften von Beginn an offensiv spielten, war auch die Stimmung im Westfalenstadion zu Beginn des Spiels sehr gut. · schwatzgelb.de

Ryerson und Svensson stehen das eine oder andere Mal erstaunlich weit weg von ihren Gegenspielern auf der Außenseite und ermöglichen dadurch die ein oder andere Chance für die Gäste, die angesichts ihres mauen Saisonstarts offensiv erstaunlich gefährlich auftreten. 

Der BVB ist nach der noch ausgeglichenen Anfangsphase die überlegene Mannschaft. Zwar legt Nmecha den Frankfurtern in der 33. Minute fast den Führungstreffer auf, aber ansonsten kommt vom Gegner inzwischen deutlich weniger. Auch in die zweite Hälfte startet der BVB offensiv, Guirassy trifft nach der neunten Ecke nur die Latte. In der 68. Minute dann die Einwechslung von Beier, Nwaneri und Chukwuemeka, in der 79. kommt Bellingham für Nmecha – und nur eine Minute später fällt (wie oben beschrieben) das Siegtor.

Maximilian Beier ist im Zweikampf mit seinem Frankfurter Gegenspieler zu sehen
Wie schon auswärts in Stuttgart erzielte Maxi Beier den wichtigen Siegtreffer gegen die Frankfurter Eintracht. · schwatzgelb.de

Ein paar Worte zu einzelnen Spielern: Veerman macht seine Sache gut, Nmecha und Sabitzer erwischen einen eher miesen Tag. Die Abwehr steht stabil, Bensebaini ist heute der Stärkste in der Dreierkette. Silva bemüht, aber glücklos (der Klassiker). Guirassy sehr aktiv, holt sich auch in der eigenen Hälfte die Bälle, aber hätte ruhig mal treffen können. Ryerson muss dringend wieder Flanken üben. Chukwuemeka hat endlich Spaß am Fußball, Maxi Beier ist der Mann für die wichtigen Treffer. 

In vielen Momenten fehlt es leider an der letzten Konsequenz (oder einer guten Flanke), da war durchaus auch ein 2:0 oder 3:0 drin. Aber angesichts der mehr als 11.000 Reisekilometer auf dem Weg zum Polarkreis, an das Kaspische Meer und zurück war das eine wirklich beachtliche, kämpferische Leistung und vor allem wichtige drei Punkte. Jetzt stehen wir mit zwölf Treffern nach sieben Spielen an der Tabellenspitze. So kann es gehen. Weiter so!

Die Stimmung

Die Anzeigetafel im Westfalenstadion zeigt an, dass 81.365 Tickets für das Spiel verkauft wurden und das Stadion somit ausverkauft ist
Wie fast immer: Das Westfalenstadion war auch gegen Frankfurt ausverkauft · schwatzgelb.de

Auf der Heimseite ist es zu Spielbeginn gleich richtig laut. Sicherlich auch wegen des Tempos auf dem Platz. Die Klassiker wie Heja BVB, „Die Liebe wird nie vergehen“ und auch die ein oder andere Hüpfeinlage reißen viele mit. Mit zunehmender Spielzeit wird es in der ersten Hälfte allerdings etwas träger, das gehört auch zur Wahrheit. Aber: Etwa ab der 60. Minute wird die Südtribüne wieder richtig laut, die übrigen Tribünen steigen mit ein, und gerade nach dem Tor ist die Stimmung angesichts der drei wichtigen Punkte angemessen ausgelassen. Bei dem Jubel mit der Mannschaft „Borussia Dortmund, du bist unsere Droge“ zu brüllen, war mal wieder sehr schön! 

Die Gäste wissen vor allem optisch zu überzeugen: mit zwei Choreos, jeweils zu Beginn der beiden Halbzeiten. Die zweite samt ordentlicher Pyro-Begleitung. Besonders anschaulich waren die äußerst symmetrischen schwarz-weißen Fahnen-Rechtecke. Von der Südtribüne aus sahen die tatsächlich wie mit dem Lineal gezogen aus. 

Ja, es ist nicht immer ganz objektiv, die Lautstärke der Gegner zu bewerten, wenn man selbst inmitten der Südtribüne steht. Aber akustisch hatten die Frankfurter schon beeindruckendere Auftritte im Westfalenstadion, so mein Gefühl. Der Eintracht-Frankfurt-Wechselgesang klang sehr laut, ja. Aber sonst wirkte das deutlich leiser als in den Vorjahren. 

Und nun?

Erreichen wir am Dienstag bitte die nächste Runde im Pokal. Muss auch nicht so spannend sein wie die letzten Spiele. Und dann geht es am Samstag Richtung München, wo ja Jahr für Jahr irgendwie alles möglich ist: 6:0 auf den Sack kriegen oder dreckig gewinnen wie vor zweieinhalb Jahren. Schaun wa ma. 

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