BVB gegen Neckarsulm

Go Wellinghofen, go!

Spielszene Handball mit Alieke van Maurik am Kreis beim Sprungwurf
Bild: Dominik Fehr

Nach neunjähriger Abstinenz ist der HC Leipzig wieder in der 1. Bundesliga dabei. Das Ziel der Mannschaft ist es, die Liga zu halten und dem einen oder anderen renommierten Gegner ein Bein zu stellen. Beim BVB erwartet man aufgrund der Verstärkungen natürlich Titelgewinne. Für unsere Handballerinnen war die Vorbereitung mehr als durchwachsen. In Erinnerung bleibt die 29:48-Klatsche gegen den amtierenden Sieger der EHF Champions League, Metz Handball, vor ausverkauftem Haus im pfälzischen TSG-Sportzentrum Haßloch. Auch der erste Titelgewinn in dieser Saison beim Rexel Supercup in München blieb aus. Mit 24:26 nach Siebenmeterwerfen musste man den Pokal erneut dem Deutschen Meister, der HSG Blomberg-Lippe, überlassen – und das vor 12.000 Zuschauern. Gerade das Zustandekommen dieses Ergebnisses konnte bei allen Verantwortlichen keine Glücksgefühle erzeugen. Es gab also noch viel zu tun für Kai Rothenpieler.

Die Torhüterin des BVB klatscht in die Hände
Nicole Wiggins Sancho im Tor feuerte ihr Team an. · Bild: Dominik Fehr

Zu Beginn dieser Saison waren einige neue Gesichter im Team der Handballerinnen zu sehen. Im Tor verstärkte die spanische Nationaltorhüterin Nicole Wiggins Sancho das Team um Sarah Wachter und Teodora Roncevic. Als Kreisläuferin und niederländische Nationalspielerin kam eine alte Bekannte, Merel Freriks, von CSM Bukarest nach Dortmund zurück. Ihre Landsfrau Pam Korsten verließ den VfL Oldenburg, um als Rechtsaußen das schwarz-gelbe Trikot zu tragen. Auch die spanische Nationalspielerin und Linksaußen Ona Vegué i Pena kam vom Deutschen Meister Blomberg zu den Borussinnen. Im Rückraum Mitte ergänzte die deutsche Nationalspielerin und Vize-Weltmeisterin Mareike Thomaier von der HSG Bensheim/Auerbach das Team. Last but not least gelang es dem BVB, mit der Linkshänderin Laetitia Quist eine weitere deutsche Nationalspielerin für den rechten Rückraum zu verpflichten. Somit war alles angerichtet für den neuen Trainer Kai Rothenpieler, der Henk Groener nach vier Jahren ablöste. Auf dem Papier sah es nach einer Verstärkung der Mannschaft aus. Allerdings hatte man in den letzten Spielen noch den Eindruck, dass es häufig an der Abstimmung im Team mangelte.

Dana Bleckmann wirft auf das Tor. Eine Gegenspielerin beobachtet den Sprungwurf.
Dana Bleckmann war mit sieben Treffern erfolgreichste Torschützin. · Bild: Dominik Fehr

Die ersten Gegnerinnen vor heimischer Kulisse kamen aus Neckarsulm und spielen seit 2016 in der Handball-Bundesliga der Frauen. In ihrem ersten Saisonspiel vor heimischer Kulisse verlor das Team von Trainer Thomas Zeitz mit 22:34 gegen die „Flames” der HSG Bensheim/Auerbach. Aktuell ist es nach dem ersten Spieltag Tabellenletzter. Da das nächste Auswärtsspiel unserer Borussinnen am kommenden Mittwoch in der Weststadthalle Bensheim stattfindet, lieferte das jetzige Heimspiel bereits einige Erkenntnisse bezüglich der kommenden Gegnerinnen. Diese haben den Verlust von Mareike Thomaier offenbar gut verkraftet.

1. Halbzeit

Kai Rothenpieler begann mit Sarah Wachter im Tor. Ona Vegué und Kelly Vollebregt besetzten die Außenpositionen, Lisa Antl spielte am Kreis und im Rückraum agierten Dana Bleckmann, Mareike Thomaier und Alieke van Maurik. Vor allem Dana Bleckmann erwischte einen guten Start und steuerte bis zum Stand von 5:3 in der 5. Minute drei Treffer bei. In den folgenden sieben Minuten konnte sich unser Team mit 10:5 absetzen. Danach kassierte Merel Freriks innerhalb von vier Minuten zwei Zeitstrafen, sodass die Gegnerinnen aus Neckarsulm auf 12:10 verkürzen konnten. Es blieb spannend, doch die Borussinnen konnten in der Folgezeit auf 16:11 davonziehen. Erneut waren es Vollebregt, Bleckmann und van Maurik, bevor sich auch Guro Nestaker als zweifache Torschützin eintragen konnte. Der Sechs-Tore-Abstand hielt bis zum 19:13 in der 29. Minute. Letztendlich führten einige Unkonzentriertheiten des BVB dazu, dass Neckarsulm bis zum Pausenpfiff auf 19:15 herankam. Beste Torschützinnen in der ersten Hälfte waren Dana Bleckmann mit fünf und Alieke van Maurik mit vier Treffern.

2. Halbzeit

Die zweite Hälfte sollte deutlich knapper werden. Bereits nach zwei gespielten Minuten verkürzte Neckarsulm auf 19:17 – wieder waren es Dana Bleckmann, Mareike Thomaier und Alieke van Maurik, die ihre Mannschaft im Spiel hielten. Daneben erwies sich Ona Vegué als Torgarantin vom Siebenmeterpunkt. So stand es nach 41 Minuten 25:20 für den BVB. Erneut kam Neckarsulm auf 25:22 heran, bevor Kai Rothenpieler das zweite Team-Timeout nahm. Das Spiel entwickelte sich zu einem Krimi, in dem sich die Borussinnen bis zur 54. Minute nur mit maximal drei Toren absetzen konnten. Immer wieder gelang es der Mannschaft von Trainer Thomas Zeitz, den Vorsprung zu verkürzen. So stand es in der 56. Minute nach einem Fehlwurf von Dana Bleckmann plötzlich nur noch 33:32 für unseren BVB. In der 57. Minute half unserem Team dann eine zweiminütige Zeitstrafe unseres Gegners, das Resultat zu verwalten. Kelly Vollebregt und Alieke van Maurik blieb es vorbehalten, für den Endstand von 35:33 zu sorgen. 

Ona Vegué steht an der 7m-Linie. Sie wirft gerade auf´s Tor. Der Schiedsrichter gibt den Ball frei.
Ona Vegué konnte alle Siebenmeter verwandeln. · Bild: Dominik Fehr

Mit einem so knappen Ergebnis hatte in der Halle Wellinghofen wohl niemand gerechnet. Das Spiel zeigte erneut, dass es noch Zeit braucht, um die neuen Spielerinnen zu integrieren. Die Qualität ist auf jeden Fall vorhanden. Die erfolgreichsten Torschützinnen waren am Ende Dana Bleckmann mit sieben Treffern, Alieke van Maurik mit sechs Treffern und Kelly Vollebregt mit fünf Treffern. Auch Ona Vegué traf vor 800 Zuschauer*innen fünfmal per Siebenmeter und konnte ihre Quote deutlich verbessern.

Bereits am Samstag geht es für unsere Handballerinnen weiter. Dann treffen die Borussinnen am 1. Gruppenspieltag der Champions League in der Helmut-Körnig-Halle auf Team Esbjerg. Anwurf ist um 16 Uhr.

Diesen Artikel teilen
Unterstütze uns mit steady