Schwarzgelb gegen Esbjerg

Dortmund byder Esbjerg velkommen

Spielszene Handball. Sprungwurf der Nr.18 von Esbjerg. Freriks und van Maurik können nur zuschauen.
Bild: BVB

In der vergangenen Saison der EHF Women’s Champions League belegte Team Esbjerg den 5. Platz und verpasste damit erstmals seit mehreren Jahren die Teilnahme am Final Four in Budapest. Trotzdem verfügt der Verein mit Henny Reistad, Nora Mork und Katharina Filter über einen der stärksten Kader Europas. Hinzu kommen Line Haugsted, Rikke Iversen, Live Rushfeldt Deila und Elin Hansson. Thomas Axnér und sein Team gehören zum Kreis der Titelkandidaten. Für unser noch nicht eingespieltes Team mit vielen Neuzugängen kamen diese Gegnerinnen in der gerade begonnenen Saison vielleicht etwas zu früh. Trotzdem ging es für den neuen Trainer Kay Rothenpieler und seine Mannschaft nicht nur darum, Erfahrung zu sammeln. Man wollte auch den einen oder anderen Punkt gegen solche Teams einsammeln. Manchmal kann die Rolle des Underdogs ja Wunder bewirken.

Sarah Wachter schaut nach vorne. Im Hintergrund die Bank mit den Spielerinnen.
Sarah Wachter beobachtet das Spiel ihrer Mannschaft · BVB

Ein Blick auf die Gegnerinnen des BVB in Gruppe A lässt einem eiskalt den Rücken herunterlaufen. Neben Team Esbjerg muss sich der BVB auch mit CSM Bucuresti messen, einem der traditionsreichsten Topklubs Europas. Auch FTC-Toyota Kovács aus Ungarn gehört seit vielen Jahren zur europäischen Spitze. Das Gleiche gilt für Brest Bretagne Handball und den ebenfalls traditionsreichen slowenischen Frauenhandballverein RK Krim OTP Group Mercator. Aus Norwegen kommt mit dem Sola Handballclub ein weiterer Neuling in der Champions League hinzu, aus Montenegro OTP Group Buducnost. Zu den Topfavoriten zählen neben Esbjerg, CSM Bucuresti und Ferencváros (FTC-Toyota Kovács). Das Ziel unserer Borussinnen kann daher nur sein, die Playoffs zu erreichen.

Geht man nach dem bekannten deutschen Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, sollte man optimistisch sein, was den Neubau einer Sporthalle hinter der Helmut-Körnig-Halle angeht. Doch manchmal ist Schweigen auch trügerisch. Seit dem Vorstoß von Hans-Joachim Watzke, dem neuen Präsidenten von Borussia Dortmund, ist es verdächtig ruhig um dieses Projekt geworden. Eine Ruhe, die für den Dortmunder Leistungssport mehr als gefährlich werden könnte. Die Sportstadt Dortmund hüllt sich zum wiederholten Mal in Schweigen. Zurück bleibt eine ungeeignete Dreifach-Turnhalle in Wellinghofen mit Jahrmarkt-Charakter und ein spärlich besetzter Stimmungskiller an der Strobelallee. Die Ausweichalternative WESTPRESS arena Hamm ist keine gute Alternative, sondern ein Auswärtsspiel! Was sind also eure Pläne, Herr Watzke und Herr Kalouti? Für den über der Stadt an der Emscher kreisenden Pleitegeier können die Pläne am U keine wirkliche Alternative sein. Erneut dümpelt diese Situation vor sich hin, es besteht dringender Handlungsbedarf. 

Spielszene am Kreis der Borussinnen. Unsere Abwehr kann nur zuschauen
Wieder einmal setzt sich Team Esbjerg am Kreis durch · BVB

Die ersten 30 Minuten

Wer das Spiel gegen Team Esbjerg im Januar dieses Jahres in der WESTPRESS arena in Hamm verfolgt hat, sollte in der Helmut-Körnig-Halle ein Déjà-vu-Erlebnis haben. Bereits in der 4. Minute lagen die Borussinnen mit 1:4 zurück. Leider landeten in dieser Spielzeit die Würfe von Alieke van Maurik und Ona Vegué am Pfosten bzw. an der Latte. Die Mannschaft überstand eine zwei-minütige Zeitstrafe gegen Merel Freriks gut und Lisa Antl konnte drei Minuten später auf 3:5 verkürzen. Bis zur 17. Minute sollte es dann dauern, bis der BVB wieder ein Tor erzielte. Es war Ona Vegué, die per Siebenmeter auf 4:9 verkürzte.  Sarah Wachter hielt ihr Team mit drei tollen Paraden im Spiel. Auf der anderen Seite glänzte aber auch unsere Nationaltorhüterin "Kathi" Filter. In unserem Spiel riss der Faden. Fehlwürfe, Fehlabgaben und technische Fehler häuften sich und Katharina filterte mit Glanzparaden so manchen Ball vor der Torlinie heraus. Dafür, dass dies nicht in einer Katastrophe endete, sorgte schließlich Sarah Wachter, die zwischen der 11. und 28. Minute acht Mal den Einschlag ins Tor verhinderte. So stand es zwei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit „nur“ 9:15. Thomas Axnér spielte in dieser Zeit mit der Variante 7 gegen 6 Feldspielerinnen. Trotz einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen Team Esbjerg in der letzten Minute konnten die Däninnen – oder sollte ich besser sagen Norwegerinnen – ihren Vorsprung auf acht Tore ausbauen. Der Gast führte zur Halbzeit völlig verdient mit 17:9.

Ona Vegué steht an der 7m-Linie kurz vor dem Wurf
Auf Ona Vegué war mal wieder Verlass · BVB

Die zweiten 30 Minuten

Die zweite Halbzeit sollte dann deutlich ausgeglichener verlaufen. Kai Rothenpieler setzte erneut auf Sarah Wachter im Tor. Im Rückraum spielten zunächst Alina Grijseels, Alieke van Maurik und Guro Nestaker. Auf den Außenpositionen begannen Ona Vegué und Kelly Vollebregt. Auffällig waren die deutlich weniger Fehlwürfe und die zum Teil sehr schönen Spielzüge. Allerdings zeigte sich auch das Team von Thomas Axnér sehr treffsicher, sodass es unserer Mannschaft nicht gelang, das Ergebnis zu korrigieren. Dies spiegelte sich auch im Ergebnis nach 40 Minuten wider. Beim Stand von 16:24 griff nun auch unser Trainer auf die taktische Variante sieben gegen sechs Feldspielerinnen zurück. Dies hatte jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis. Beim Stand von 19:27 stellte nun auch Team Esbjerg im Angriff auf sieben Feldspielerinnen um. Jetzt gingen beide Trainer all-in. In dieser Zeit zeichneten sich insbesondere Merel Freriks und Mareike Thomaier mit Torerfolgen aus. Sie konnten die 24:33-Niederlage jedoch nicht verhindern. Die in den letzten zehn Minuten eingewechselte Torfrau Nicole Wiggins Sancho zeigte ebenfalls eine starke Leistung. Leider war das Passspiel im Angriff von zu vielen Schwächen geprägt und viele Abschlüsse erschienen zu überhastet. Am Ende vernagelte Kathi Filter zu oft ihr Gehäuse. Unsere beiden Torfrauen standen ihr allerdings in nichts nach. Beim Schlusspfiff hatte man das Gefühl, dass vielleicht mehr drin gewesen wäre. Übermächtig waren diese Gegnerinnen nicht.

Nicole Wiggins steht vor dem Tor und blickt nach vorne
Unsere Torfau Nicole Wiggins Sancho lieferte eine starke Leistung ab. · BVB

Das Team sollte die positiven Aspekte dieses Spiels mitnehmen. Am kommenden Mittwoch treten unsere Borussinnen in der Liga bei der HSG Bensheim/Auerbach an. Diese tat sich im Heimspiel gegen Halle-Neustadt sehr schwer und musste sich am Ende mit einem 33:33 zufriedengeben. Man darf gespannt sein, wie sich dieses angebliche Spitzenspiel gestaltet. Das nächste Heimspiel in der Halle Wellinghofen findet am Mittwoch, dem 16.09.2026, gegen die Mannschaft aus Halle-Neustadt statt. Anwurf ist um 19:30 Uhr.


Kommt in die Halle! Gerade der Saisonbeginn verspricht interessante Spiele und manche Überraschung. 

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